Why do you waste your time?

Vorneweg: ich gehöre nicht zu jenen, die sich während der letzten Wochen unermüdlich eingesetzt haben um Menschen zu helfen, die auf der Flucht vor Krieg, Gewalt, Verfolgung, Hunger sind. Ich habe einige Male Kleidung, Nahrungs- und Hygieneprodukte gespendet, eine syrische Familie mit meiner Tochter besucht und 2 Flüchtlinge zum Arzt begleitet. Tropfen auf dem heißen Stein und kaum der Rede wert, darüber einen Blog zu schreiben. Und dennoch tue ich ist, weil ich jedes Mal wieder so berührt bin. Von der herzlichen, überwältigenden Dankbarkeit. Von den Geschichten. Von den Hoffnungen auf ein gutes Leben.

Why do you waste your time for us?

Bei beiden Arztbesuchen wurde ich das gefragt, und im Radiointerview für den ORF Burgenland, als Flüchtlinge am Domplatz hervorragendes, selbstgekochtes Essen verteilt hatten. Nachwievor tue ich mich schwer mit der Antwort. 1. ich habe nicht das Gefühl meine Zeit zu verschwenden. Die Wartezeit in den Arztpraxen vergeht wie im Fluge, wenn Geschichten von Heimat, Familie, Beruf, Flucht ausgetauscht werden. Manchmal schalten sich andere Wartende interessiert ein. Diese Begegnungen sind für mich ein großer Gewinn, ich komme mir vor wie eine Reisende und bin doch zu Hause. 2. Es ist eine Selbstverständlichkeit für mich, zu helfen. Mir bewußt zu machen, wie gut es mir geht, wie viel ich zu geben habe. Und da ist auch das Bewußtsein, dass ich meine Kinder sofort einpacken und in Sicherheit bringen würde, gäbe es hier Krieg. Dann wäre ich auch unendlich dankbar und froh, in einem sicheren Land freundlichen Menschen zu begegen, die mich unterstützen. 3. Ja, ich schöpfe auch Kraft aus der Dankbarkeit der Menschen die ich begleite. Es ist erfüllend, einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Und sei er noch so klein.

Ich bin überzeugt, dass diese persönlichen Begegnungen, dieses sich Annähern, Vorurteile und Ängste unmittelbar auflöst. Mit meiner Tochter war ich zu Besuch bei einer syrischen Flüchtlingsfamilie. Ja, es war anstrengend. Sprachliche Barrieren machen Verständigung schwierig und wir sind die grenzenlose Gastfreundschaft nicht gewohnt. Ohne Hunger und vor einer Einladung zum Abendessen mußten wir uns mit Händen und Füßen wehren, aus Höflichkeit nicht so viel zu essen um gleich zu platzen. Aber es war so eine Freude, der Kleinsten zuzusehen, wie begeistert sie vom riesigen Teddybären war, den meine Tochter ihr schenkte. Die offenen, neugierigen Augen der größeren Mädchen und fast schon gieriges Nachsprechen der deutschen Begriffe für all die Köstlichkeiten unter denen sich der Wohnzimmertisch bog, der liebevolle Umgang der Familienmitglieder miteinander – das berührte uns. Danach sagte meine Tochter zu mir, sie frage sich, wie die Mädchen so fröhlich sein können, wo sie doch so schlimme Dinge erlebt hätten.

In den letzten Tagen habe ich das Gefühl, die Stimmung in Österreich dreht sich. Ja es ist eine große Herausforderung die auf uns zukommt, wenn immer mehr Flüchtlinge kommen. Und eine Chance. Die Zeit, gut durchdachte Konzepte für die Integration in der Zukunft zu erstellen und umzusetzen wird kommen, jetzt zählt unmittelbare Hilfe. Ein Schritt nach dem anderen um menschliche Unterbringung und Versorgung zu gewährleisten. Jede/r kann etwas tun!

Großartig finde ich das Engagement der Pannonischen Tafel. Wer unterstützen will, schaut einfach vorbei oder leistet eine Spendenbeitrag:

Informationen und Kontakt für ehrenamtliche Mitarbeit:
info@pannonischetafel.com
Tel: 0699 110 057 11

Spendenkonto:
IBAN: AT651400038110033629
BIC: BAWAATWW

Öffnungszeiten der Standorte:
Eisenstadt: Mo bis Fr 10 – 16 Uhr, Sa 10 – 15 Uhr
Hornstein: Mi 9 – 11 Uhr, Sa 10 – 12 Uhr
Oberpullendorf: Mo bis Fr 11 – 13 Uhr

Dankeschön!

Ein Gedanke zu “Why do you waste your time?

  1. marlen taha schreibt:

    Ich habe seit 9 Monaten 6 Flüchtlinge in meinem Haus. Wir haben jeden Tag Zeit miteinander verbracht und sind zu einer Familie zusammengewachsen, obwohl wir uns alle nicht kannten. Ich möchte diese Zeit nicht missen und bin sicher, dass der Kontakt niemals abreißen wird, auch wenn sie jetzt, nach Abschluss ihres Asylverfahrens, mein Haus verlassen werden. Und ich werde die nächsten 6 Flüchtlinge genauso willkommen heißen. Ich kann nur jedem raten, den Flüchtlingen die Hand zu reichen, weil man so viel positive Erfahrungen macht!

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