Urbo kune – Utopie oder oder Vision?

Gestern war ich ein kleiner Teil einer großen Idee: Urbokune – ein Tag und eine Stunde im Konzerthaus. Eine urbanistische Oper in elf Akten mit einem Vorspiel.

„ein tag und eine stunde in urbo kune erzählt im verlauf von 25 stunden vom werden, entstehen, funktionieren und wirken einer neuen mustergültigen stadt, die als die hauptstadt der vereinigten staaten von europa erdacht und errichtet wird. als abbild dieser stadt ist die oper ein mischwesen aus utopisch-künstlerischer fiktion und konkreten konzeptuellen entwurfsarbeiten.“

Urbo kune bedeutet übrigens in Esperanto „gemeinsame Stadt“. Erst am 2. Tag um 9:00 bin ich in urbo kune angekommen. Mein Beitrag werden 20 Minuten über Gemeinwohlökonomie sein. um 11:10. Verschlafen war die Stimmung. Die Menschen die die Nacht auf den roten Matratzen im großen Saal des Konzerthauses verbracht hatten nahmen gerade ihr Frühstück ein. An großen Tafeln waren Kreidebilder vom Vortag zu bestauen, an einigen arbeiteten unbeugsame KünstlerInnen weiter.

Nach Soundcheck, Präsentationsprobe und guten Gesprächen bei regionalen Frühstückshäppchen der erste Musikbeitrag des Tages in der Aula, die sich langsam mit Wieder- und Neuankömmlingen füllte. 3 Werke je von einer Jazz-Band, einem Aton-Ensemble, einem Akkordeon in 3 Ecken gespielt, füllten gegen-miteinander den Raum. Spannend, ergreifend, aber nach einiger Zeit für mich (doch Landpomeranze und vielleicht Kunstbanausin) anstrengend.

Die Musik endet und die Glocke läutet. Das Publikum begibt sich in den großen Saal. Läßt sich nieder auf  Matratzen, an den seitlichen Rängen, zum Schachspiel. Meine Vorrednerin beginnt zu sprechen. Sehr beeindruckend. Von den Yanomami, einem Volk, wo Zusammenleben friedvoll stattfindet. Ich fühle mich berührt von ihren Worten über Menschen, die keinen Namen haben und ihre Toten schnell begraben, trauern und nicht mehr über sie sprechen. Damit die Jungen frei sein können, ihr eigenes Leben zu leben.

Applaus, der Spot richtet sich auf mich und ich beginne. Leicht irritierend, dass meine Stimme die diesen beeindruckenden Saal füllt, etwas verzögert über die Lautsprecher kommt. Ich gewöhne mich schnell daran und rede im Fluss über meine Vision von urbo kune – der Gemeinwohl-Stadt. Hier gibt es die Präsentation zum Nachschauen. Spot off und der nächste Input folgt: Adé Wachstum, willkommen Zufriedenheit. Geschlechterverhältnisse in neuen Räumen. Eine Fragestellung: 19.000.000.000 Euro. Wohin mit dem ganzen Zaster. Manches zieht sich wie ein roter Faden durch. Wir brauchen Umdenken, wenn auch zukünftige Generationen noch gut leben wollen. Wir müssen mit weniger zufrieden sein und gewinnen dadurch Zeit und Gemeinschaft. Wir brauen mehr Frauen in Politik und mehr Engagement von Männern in der Familie. Ich bin inspiriert und erfüllt nach diesen Stunden.

Einige BesucherInnen kommen nachher zu mir, geben Feedback, ergänzen, fragen ob ich für weitere Vorträge zu buchen bin. Eine Dame spricht über ihre positiven Erfahrungen im Sozialismus der Tschechoslowakei. Die für mich persönlich schönste Rückmeldung kam von einem Herren, der zuvor schon 2 Vorträge über Gemeinwohl-Ökonomie gehört hat: „So wie Sie das heute gebracht haben, hab ich endlich verstanden, worum es geht!“

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