Ad „Hans Niessl und sein pannonisches Credo – Hauptsach‘ sicher“

Mit Amusement habe ich den gestrigen Blog-Artikel von Wolfgang Weisgram auf standard.at gelesen und mich zur eigenen Betrachtung des Themas Sicherheit inspirieren lassen. Immerhin lebe ich im gleichen Land wie Hans Niessl, dem Hauptprotagonisten in Weisgrams Analyse. Oder etwa doch nicht? Manchmal scheint es, wir lebten auf 2 verschiedenen Planeten….

Blickwinkel 1:
Der Augustin-Verkäufer vor dem Supermarkt erfreut häufig meinen Tag. Angst vor der dunklen Haut oder dass er mir mein Geldbörserl klauen könnten? Nein, ganz im Gegenteil. Ein „Hallo wie geht’s“ und darauf folgendes strahlendes Lächeln später, freu ich mich Euro 2,50 für die aktuelle Ausgabe des Magazins bezahlt haben zu dürfen. Immer wieder finden sich interessante und berührende Artikel darin. Hut ab vor den MacherInnen.
Der Spar in Kleinhöflein liegt übrigens direkt an der Ortseinfahrt. Die Vorstellung bei jedem Einkauf von öffentlichen Kameras überwacht zu werden, jagt mir kalte Schauer über den Rücken…

Blickwinkel 2:
Sicherheit heißt für mich, gut leben zu können. Zu wissen, dass ein Netz da ist, falls ich als Unternehmerin in eine Krise gerate. Dass meine Kinder und ich ein Dach über dem Kopf und gutes Essen haben. Sicheres Essen, ohne Pesizide und gentechnologisch herbeigeführten Erbgut-Veränderungen. Dass wir gutes Wasser trinken können. Das ist für mich unmittelbare Sicherheit. Die sehe ich nicht von AsylantInnen, Zuwanderern oder ausländischen Arbeitskräften bedroht, sondern von einer schlechten Politik, die kurzfristig nach Wahlkampfparolen handelt.

Blickwinkel 3:
Ich glaube, wir müssen den Menschen zuhören. Den ÖsterreicherInnen mit ihren Sorgen, Wünschen, Ideen. Den MigrantInnen und AsylantInnen  mit ihren Sorgen, Wünschen, Ideen. Und am besten bringt man beide Gruppen zusammen, beim Spielen, Kochen, Garteln. Da gibt es viele Erfolgsprojekte! Angst haben wir vor dem Unbekannten, dem Fremden. Sobald Freude, Sorgen und Alltag geteilt werden, schwindet die Angst und Bereicherung bleibt. Das will ich meinen Kindern mitgeben, damit sie sich in dieser Welt sicher bewegen könne. Als Fremde und unter „Fremde“n.

Eine sichere Welt in diesem Sinne ist mein Antrieb, und auch ich habe auch ganz viel Freude am „Wahlkämpfen“. Ich liebe es, Menschen zuzuhören, ihren Lebensgeschichten und Erfahrungen. Ich steh gern mit meiner grünen Jacke in der Sonne und gehe von Tür zu Tür um zu erfahren, was die Menschen im Burgenland bewegt. Besonders viel Spaß macht das in einem tollen Team mit Menschen, die von ganzem Herzen daran glauben, dass das Burgenland mehr kann. Weit und breit ist niemand „nervös, verbissen, wehleidig, aggressiv“.  Manchmal vielleicht ein bissal gereizt. Gott sei Dank 🙂

Hans Niessl bin ich übrigens erstmals bei der Eröffnungsfeier eines Gemeindeamtes im Nordburgenland zu Beginn seiner Karriere als Landeshauptmann begegnet. Damals war ich nicht politisch aktiv und habe nicht mit dem Gedanken gespielt. Ich war einfach nur eine junge Frau in Begleitung des Bauleiters die zufällig am gleichen Stehtisch lehnte. Die Begegnung hat sich dennoch tief in mein Gedächtnis gebrannt, als die mit dem „Mann der nicht zuhören kann und nur von Fußball spricht“. Vielleicht hat sich das mittlerweile geändert. Für mich war die Begegnung jedenfalls mitausschlaggebend mich ganz von der Sozialdemokratie ab- und den Grünen zuzuwenden. Also: danke Herr Niessl.

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