Danke, Oma!

Mein erstes Buch ist vor ca. einem Monat erschienen und damit hat sich ein wichtiges Lebanders_backen_kochbuchensziel von mir erfüllt: Anders backen zu Weihnachten. Laufend trudeln Erfolgsmeldungen ein wie begeisterte Rückmeldungen von denen, die die Rezepte bereits ausprobieren und verkosten, der 9. Platz auf der Bestsellerliste und Medienanfragen. In meinem Internet-Laden mit Herz verkaufen sich das Buch und ausgewählte Zutaten „wie die warmen Semmeln“.

Immer wieder werde ich gefragt: wie bist du eigentlich zum gesunden Backen gekommen? Meine erste Antwort lautet: über die Kinder. Doch wenn ich dahinter blicke, finde ich heraus, dass meine Omas die wahre Inspiration waren. Nicht nur für’s Backen, sondern für vieles, was mir wichtig ist. Meine Werte und meine Liebe zur Natur und zum naturnahen Leben.

Beide Omas haben einen Gemüsegarten bewirtschaftet und aus dem Geernteten wunderbare Gerichte gezaubert. Ein Höhepunkt des Jahres war das Einkochen von Marmeladen und Kompotten für den Winter, wie habe ich den Duft geliebt und den abgeschöpften Frucht-Zuckerschaum geschleckt! Oder Strudeltag: schon als kleines Kind war ich fasziniert, wie Oma den Strudelteig geschickt und gekonnt hauchdünn ausgezogen hat. Als junge Erwachsene habe ich einmal das Rezept mitgeschrieben und mich unter Anleitung selbst am Teigziehen geübt. Mit mäßigem Erfolg. Das Rezept-Schreiben hat sich schwierig gestaltet – mit genauen Mengenangaben hatten es die Omas nicht so. Damals hat mich das geärgert, mittlerweile koche und backe ich selbst oft nach Gefühl und das Rezepte-Kreieren mit genauen Maß- und Zeitangaben für das Buch, bzw. die Bücher (das zweite zum Thema „Detox“ ist schon abgegeben) hat mich einigermaßen herausgefordert. Den Strudel werde ich bei nächster Gelegenheit ausprobieren – Äpfel alter Sorten habe ich schon bei meinem Opa geholt. Damit’s wirklich so schmeckt wie damals.

Meine Omas waren immer geschäftig: ob im Stall, am Acker, im Weingarten, beim Nähen, Stricken, Häkeln, Buchhaltung machen oder Blumen gießen. Auch das hab ich wohl von ihnen und freu mich, die Vielfalt an Selber-Macherinnen-Tätigkeiten an meine Kinder weiterzugeben. Dabei hatten sie immer Zeit für liebe Worte und fürsorgliche Gesten. Eine Oma ist bereits verstorben, die andere sehr glücklich im Altersheim. Die ehemals geschäftigen Hände ruhen nun meist im Schoss. Die Zufriedenheit eines erfüllten Lebens strahlt aus Oma’s Augen.

Danke für alles, was ich von Euch lernen durfte. Ein Hoch auf alle Großmütter und ihre Weisheit.

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