Der feine Unterschied

Vor kurzem wurde ich gefragt, was denn für mich das Besondere an der Arbeit in der Gemeinwohl-Ökonomie sei und damit der Unterschied zu anderen Unternehmen und Institutionen für die ich tätig war. Nach kurzem Überlege war mir ganz klar: die wesentlichste Unterscheidung ist für mich die Anerkennung der spirituellen Ebene im Arbeitsalltag. Dazu einige Schlagworte:

WERTSCHÄTZUNG

Wenn ich die Zeugnisse meiner Kinder von der Sonnenland-Schule lese, dann geht mir jedes Mal das Herz auf. Wie fein die Lehrer.innen hinspüren um die wesentlichen Gaben und Talente eines Kindes aufzuspüren. Voll Neugierde und Freude darüber, dass in jedem Kind ein Schatz verborgen ist. Und wie wohlwollend auch die Schwächen in zukünftige Stärken formuliert werden. Allein dieser Blick auf Kinder gibt ihnen Selbstsicherheit, Geborgenheit und Mut, sie selbst zu sein. Was Kindern in der Schule gut tut, tut auch Mitarbeiter.innen, Kolleg.innen, Freund.innen & Familienmitgliedern gut und verhilft ihnen dazu, in ihre Kraft zu kommen, ihre Ziele zu verwirklichen und sich wohlzufühlen.  Es ist so einfach, Gelegenheiten für wohlwollende Worte zu finden. Es macht Spaß, sich auf die Suche zu machen. Und es bereitet unendliche Freude, das Strahlen im anderen zu spüren, wenn ehrliche Wertschätzung ganz ankommt.
Ehrliche Wertschätzung? Ja, leere Worthülsen à la „eh schön gemacht“, „eh in Ordnung“ oder was auch immer Sie nicht von Herzen meinen hat gegenteilige Wirkung. Seien Sie kreativ: was ist das besondere, die ureigne Art die dem Anderen zu eigen ist? Wo sieht sie oder er sein wahres Potential nicht und wie können Sie ihn/sie dabei untersützen? Dazu brauch es gutes Hinhören und spüren. Dann ist es eine wahre Bereicherung für alle  –  eine win-win Situation!

In der Gemeinwohl-Ökonomie erlebe ich soviel Wertschätzung wie noch nie zuvor in meinem Leben. Auch kritischen Stimmen und vermeintlichen „Störenfrieden“ gegenüber. Womit wir beim nächsten Thema wären:

UMGANG MIT „STÖRUNGEN“

Wo in anderen Organisationen Menschen die Kritik äußern oder gegen den Strom schwimmen ausgestoßen, gemobbt, gekündigt, bestraft werden, versuchen wir die „Störung“ ernst zu nehmen, den „Störenfried“ wertzuschätzen, dafür dass er diese doch recht unangenehme Rolle übernimmt, und zu sehen, was die Botschaft für die Organisation ist und was sie daraus lernen kann. Sehr häufig entwickeln sich gerade die „Störenfriede“ zu wahren Ressourcen-Quellen!

DANKEN

Danken ist nahe an der Wertschätzung. Und im Umgang miteinander eine Selbstverständlichkeit. Danken kann man auch für erwünschte Zufälle im Vorhinein. Im Englischen gibt es das wunderschöne Wort „Serendipity“ für glückliche Zufälle. Wenn ich in mir das Gefühl von Dankbarkeit entstehen lassen für einen glücklichen Zufall, der noch gar nicht eingetreten ist, dann bereite ich den Boden, auf den der Same fallen kann. Wir haben eine Plakat mit dem Titel „Göttliche Projekte“, wo wir diese Fälle festhalten. Erstaunlich, aber es wirkt 😉

FEIERN

Erfolge feiern oder einfach nur das Leben. Mit gutem Essen, Musik, Singen, Tanzen und feinen Gesprächen. Immer wieder erstaunt mich bei der Varianten: Jede/r bringt etwas für’s Buffet, dass wie von unsichtbarer Hand dafür gesorgt wird, dass ohne Abmachung von allem etwas da ist: Aufstriche, Brot, Salat, Knabberzeugs, Süßes, Säfte, Wein… Und genau in der richtigen Menge.

Zum DIALOG und dem SYSTEMISCHEN KONSENSIEREN zur Entscheidungsfindung habe ich bereits in einem anderen Blogbeitrag geschrieben: https://anjahaiderwallner.wordpress.com/2013/05/28/eine-starke-gruppe/

Ich persönlich mache die Erfahrung, dass das was ich für Unternehmen und Institutionen träume, lebbar ist. Und dass dieses wertschätzende Miteinander erfüllend ist und WUNDERbare Möglichkeiten schafft. Danke.

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